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Rezension “Black Cyclists”


Robert J. Turpin, Black Cyclists. The Race for Inclusion, Urbana: University of Illinois Press, 2024.*

Die Studie „Black Cyclists“ von Robert J. Turpin über die Geschichte Schwarzer Radrennfahrer zeigt auf dem Cover den weithin vergessenen Sportler Woody Hedspeth. Dies ist durchaus programmatisch zu verstehen, denn der erfolgreichste und bekannteste Schwarze Radsportler und -profi aus den Vereinigten Staaten war Marshall Walter „Major“ Taylor (siehe dazu STADION 46.2022: 195-223). Taylor errang 1899 im Sprint die Weltmeisterschaft und startete ab 1901 auf ausgedehnten Tourneen in Europa, um dem grassierenden Rassismus in den USA zu entgehen und gleichzeitig hohe Preisgelder einzustreichen. Major Taylor habe die „color line“ allerdings nicht überwunden und gebrochen, wie Robert J. Turpin argumentiert; im Gegenteil, sein Erfolg gegenüber Weißen Sportler habe den Zugang für nachfolgende Schwarze Radrennfahrer sogar erschwert („made things more difficult with aspirations of world championships“, S. 7). „Rezension “Black Cyclists”“ weiterlesen

Gedicht “Major Taylor kommt” (1901)

Am 8. April 1901 startete der Schwarze US-amerikanische Radprofi Marshall  Walter “Major” Taylor erstmals in Europa — auf der Radrennbahn Friedenau bei Berlin. Im Vorfeld publizierte die täglich in Berlin erscheinende “Rad-Welt” eine lange Reihe von Artikeln über ihn. Am 27. März 1901 brachte die Fahrrad-Zeitung ein eigens geschriebenes Gedicht, das sowohl die Anspannung  zum Ausdruck brachte als auch humoristisch aufbereitete. Die unter dem Pseudonym “Eduard von Friedenau” veröffentlichten Verse spielten angesichts des Schwarzen Radsport-Stars inflationär mit Schwarz-Weiß-Symbolik. Die deutschen Kontrahenten Major Taylors sollten sich als “echte germanische Recken” erweisen und den sportlichen Wettkampf mit ihm aufnehmen. Insgesamt erwies sich die Rad-Welt aber trotz des heute mehr als schalen Wortwitzes als sportlich-fair und appellierte an die deutschen Fahrer, bei Rennen nicht gemeinsam und mit unlauteren Mitteln gegen Major Taylor vorzugehen.

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Quelle: Eduard von Friedenau (Pseudonym), „Major Taylor kommt,“ Rad-Welt 7, Nr. 24 (27. März 1901).

Major Taylor kommt.*)

Eine Begrüssungs-Hymne von Eduard von Friedenau

„Nun jubelt Ihr Freunde, nun wird es wahr,
Was längst Alle erwartet, Jetzt kommt Major Taylor, der schwarze Star!
Am Oster-Montag er – startet.
Das hat der Sportpark mal gut gekunnt,
Das war mal ein Tric, ein schlauer,
Drum loben ihn Alle mit frohem Mund
Berliner wie Friedenauer. „Gedicht “Major Taylor kommt” (1901)“ weiterlesen

Major Taylor in Germany

Major Taylor, the African American champion cyclist, gained worldwide fame in 1899. He started in his first ever track race in Europe on April 8th 1901 in Berlin-Friedenau. Many professional track races in Germany followed in the subsequent years. However, the literature on Major Taylor almost completely ignores his appearances in Germany. Lars Amenda now just published an article (in German) on the unknown chapter of Major Taylor’s career and his reception by the German media and public.

Lars Amenda: „Major Taylor, der schwarze Star!“ Radrennsport in Deutschland um 1900 zwischen Fairness und Rassismus [“Major Taylor, the black star!” Cycle Racing in Germany Around 1900 Between Fairness and Racism], in: Stadion. Internationale Zeitschrift für die Geschichte des Sports / International Journal of the History of Sport / Revue Internationale d’Histoire du Sport 46 (2022), p. 195-223. Journal Link
„Major Taylor in Germany“ weiterlesen